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Hörgeräte-Mythen

Hörgeräte-Mythen: Was wir immer wieder hören

 

 

Wer zu uns ins Hörschneckle kommt, bringt oft nicht nur Fragen mit, sondern auch eine ganze Reihe von Vorstellungen darüber, wie Hörgeräte funktionieren.

 

Manche stimmen. Manche nicht.

 

Hier sind einige der häufigsten Hörgeräte-Mythen, die uns im Alltag begegnen.

 

 

Mythos 1: „Hörgeräte sind riesig und jeder sieht sie.“

 

Das war vielleicht vor vielen Jahren so.

 

Heute sind viele Hörgeräte so klein, dass sie im Alltag kaum auffallen. Oft sehen sie eher aus wie moderne Kopfhörer als wie klassische Hörgeräte.

 

Und es ist tatsächlich so, dass die meisten Menschen deutlich weniger darauf achten, als man selbst denkt.

 

 

Mythos 2: „Mit Hörgeräten höre ich sofort wieder wie mit 20.“

 

Das wäre schön.

 

Ein Hörgerät ersetzt das natürliche Gehör nicht. Es unterstützt das Hören und macht Sprache, Geräusche und Gespräche wieder besser verständlich.

 

Das Gehirn muss sich aber erst daran gewöhnen. Schließlich hat es manche Geräusche möglicherweise jahrelang nicht mehr wahrgenommen.

 

Deshalb braucht gutes Hören manchmal etwas Geduld.

 

 

Mythos 3: „Hörgeräte pfeifen ständig.“

 

Diesen Satz hören wir oft.

 

Moderne Hörgeräte verfügen über sehr gute Rückkopplungsunterdrückungen. Das typische Pfeifen von früher ist heute deutlich seltener.

 

Wenn ein Hörgerät doch pfeift, gibt es meistens einen konkreten Grund und oft eine einfache Lösung.

 

 

Mythos 4: „Ich brauche kein Hörgerät. Die anderen nuscheln einfach.“

 

Natürlich gibt es Menschen, die leise oder undeutlich sprechen. Wenn aber plötzlich die Familie, Freunde, Kollegen, der Fernseher und die Kassiererin gleichzeitig nuscheln, liegt die Ursache häufig woanders.

 

Oft fällt eine Hörminderung zuerst bei Sprache auf, besonders in Gesprächen mit mehreren Personen oder in lauter Umgebung.

 

 

Mythos 5: „Hörgeräte sind nur etwas für ältere Menschen.“

 

Nein.

 

Hörminderungen können in jedem Alter auftreten. Einige Menschen stehen noch mitten im Berufsleben, wenn sie ihr erstes Hörgerät bekommen.

 

Natürlich können Hörverschlechterungen im Alter zunehmen, da die Hörsinneszellen ganz einfach verschleißen aber auch jüngere Menschen sind nicht gänzlich davor bewahrt.

 

Auch Lärm oder medizinische Gründe können eine Hörminderung auslösen.

 

 

Mythos 6: „Wenn ich ein Hörgerät trage, wird mein Gehör faul.“

 

Das Gegenteil ist eher der Fall.

 

Wird über längere Zeit schlecht gehört, bekommt das Gehirn weniger Höreindrücke. Mit einem Hörgerät werden Sprache und wichtige Geräusche wieder besser wahrgenommen und verarbeitet.

 

 

Mythos 7: „Solange ich noch irgendetwas höre, brauche ich kein Hörgerät.“

 

Viele Menschen hören tatsächlich noch einiges.

 

Die entscheidende Frage lautet aber oft: Verstehe ich noch alles und vor allem ohne Anstrengung?

 

Wer ständig nachfragen muss, Gespräche anstrengend findet oder sich in Gesellschaft zurückzieht, merkt häufig, dass es nicht nur ums Hören geht, sondern ums Verstehen.

 

 

Unser Fazit

 

Die meisten Hörgeräte-Mythen entstehen, weil viele Menschen nur die Technik von früher kennen oder noch nie mit einem Hörakustiker gesprochen haben.

 

Deshalb gilt bei uns: Fragen kostet nichts.

 

Und manchmal stellt sich nach einem kurzen Gespräch heraus, dass das größte Problem gar nicht das Hörgerät ist sondern die Vorstellung davon.